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01.10.2010

René Kochs einzigartiges Lippenstiftmuseum


„Rote Lippen soll man küssen...“
René Koch und sein Berliner Lippenstiftmuseum


Was es nicht alles zu entdecken gibt in der Hauptstadt fern der Touristenströme! Einmalig nicht nur in Berlin, sondern weltweit ist das Lippenstiftmuseum von René Koch in Wilmersdorf. Der „Herr der Stifte“, gebürtiger Heidelberger, ist ein Meister der hohen Kunst des schönen Scheins, der Camouflage.

Als Tellerwäscher, Barkeeper, Gemüseverkäufer finanziert er sich die Kosmetikschule, bis Charles of the Ritz sein Talent entdeckt und ihn zum Visagisten ausbildet. Von da an erobert Koch die Welt der Reichen und Schönen, ist mehr als zwanzig Jahre Chefvisagist bei Yves Saint Laurent und jettet um den Globus. Mit Mitte Sechzig betreibt er heute das „Cosmetic & Camouflage Centrum“, ein Institut für Farb-, Stil-, Image- und Make up-Beratung, hat eine eigene Kosmetikserie, ist Autor mehrerer Beautyratgeber auch zu „Lucky Lips“ und noch immer ein gefragter Experte in Sachen Schönheit.

Ein schillernder Paradiesvogel, dieser René Koch, der Männer liebt, Frauen verzaubert und früh erkannt hat, dass seine Welt nicht die raubeinige des Fußballs, sondern die kreative des Schneiderns und Schminkens ist. Eine sehr feminine Welt, der er sein Leben lang treu bleibt. Alle wurden unter seinen geschickten Händen schöner, die Joan Collins, die Hildegard Knef, der er bis zu ihrem Tod freundschaftlich verbunden ist, Claudia Schiffer, Jodie Foster und unzählige andere.

Viele der Stars haben einen Abdruck ihrer Lippen hinterlassen. Diese liebevoll gerahmten, mehr als hundert originalen  „Küsse“ empfangen die Besucher im Flur des Lippenstiftmuseums, zu dem Koch einen Teil seiner Wohnung umfunktioniert hat. Als einziger Mann inmitten küssender Weiblichkeit in Rot, Lachs und Pink ist Udo Walz vertreten. Mit wahrer Leidenschaft hat Koch unermüdlich Lippenstifte gesammelt von der Zeit des Barock, als es das „rote Würstchen“ lipglossähnlich als Pomade in der Dose gab, bis heute.

Das Museum zeigt eine lebendige Kulturgeschichte dieses unentbehrlichen Accessoires im Wandel der Zeit. Da finden sich kuriose Stifte mit Puderdose und Spieluhr, kostbare mit Diamanten, solche zum Umhängen oder kombiniert mit Zigarettenetuis, der Nachkriegs-Drehlippenstift und der „Volkslippenstift“ der 50-er Jahre. Beim Rundgang erzählt Frauenflüsterer René Koch gern Anekdoten aus seinem bewegten Leben.

Er wäre nicht der, der er ist, würde er sich jenseits von Glamour und Makellosigkeit nicht auch um entstellte Gesichter von Brand- oder Unfallopfern kümmern. Sein Know how hilft, äußerliche Narben verschwinden zu lassen. Mehr noch hilft er bei den Narben auf der Seele. Die eigenen Falten liebt René Koch nicht, er akzeptiert sie. Und geht weiter gut mit Haut um, mit der eigenen und der anderer.  

Führungen auf telefonische Anfrage unter 030 8542829, E-Mail kontakt@rene-koch-berlin.de. Mehr unter www.rene-koch-berlin.de.