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01.01.2011

Köln mischt mit dem Rheinauhafen ganz vorne mit


Kranhäuser in Köln

Köln hat einen neuen städtischen Höhepunkt: Der Rheinauhafen bringt Köln städtebaulich in die erste Liga!

KABINETT wollte es genau wissen

In Köln will man hoch hinaus, doch natürlich nicht höher als der Dom: hier geht es auf historischem Gelände um den Rheinauhafen, einst das südliche Befestigungsgelände der Römer am Fluss. Doch die werden heute nicht gefragt, die Kölner wollen es im Jahr 2011 anders. Im größten Kölner Städtebauprojekt soll ganz nahe zur Innenstadt und unmittelbar an der Altstadt ein neues Viertel entstehen, wo man sich wohlfühlt, wo Arbeitsplätze entstehen sollen, wo Kunst und Kultur zuhause sind – eine Architektur zum Gernhaben.

Kabinett: Was bedeutet der Rheinauhafen für die Stadt Köln und ihre Bürger?

Corneth: Die New York Times hat wegen des Rheinauhafens bei ihren 50 Orten, die man in seinem Leben gesehen haben sollte, Köln auf den 30. Platz gehoben. Der Rheinauhafen bringt Köln städtebaulich in die erste Liga. Im  Rheinauhafen  entstehen 2500 Arbeitsplätze. Jedoch bedeutet dies für die Stadt Köln eine Schaffung von insgesamt 7500 Arbeitsplätzen. Im Klartext: Der Rheinauhafen zieht weitere 5000 Arbeitsplätze nach Köln. Das gilt vornehmlich für den Medien- und IT-Bereich.

K: Wie ist man überhaupt auf die Idee gekommen, hier ein solch attraktives Viertel zu bauen?

Corneth: Die Diskussion über die Neugestaltung des Rheinauhafens hat bereits 1964 begonnen. Nachdem 1988 im bipolaren Hafenkonzept der Rheinauhafen keine Erwähnung mehr fand, war klar, dass der Umschlagshafen aufgegeben wird. 1992 fand der erste städtebauliche Ideenwettbewerb statt, dem folgten noch weitere. Nachdem Harry Blum 1999 Oberbürgermeister wurde, ging es los mit der Erarbeitung des Bebauungsplans. Am 5. Juni 2002 erfolgte der erste Spatenstich am Rheinufer.

K: Wer hatte denn die Idee für die Vielgestaltigkeit dieses Areals?

Corneth: Neben dem Geschäftsführer von „Modernes Köln“ auch der damalige Konzernsprecher Dieter Bollhöfer und der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Harry Blum: Das waren die Ideengestalter.

K: Was ist das Besondere an diesem Konzept?

Corneth: Der Grundstückseigentümer HGK hat die Erschließung mit 1,1 Millionen Euro vorfinanziert. Dies war weltweit eine neue Vorgehensweise. Zur Erschließung gehörten der Neubau von Europas längster Tiefgarage mit 1,56 Kilometern sowie die Errichtung der Schmutz- und Regenwasserkanäle und der Fernwärmeversorgung und der Bau des Schmutzwasserpumpwerkes, das alle Schmutzwässer auf 11.30 Meter Kölner Pegel pumpt (100-jähriges Hochwasser). Die Fernwärmeübergabestation ist ebenfalls bis 11.30 Meter Kölner Pegel gesichert. In die Tiefgarage läuft erst bei 11.30 Meter das Hochwasser, wenn es kommt, hinein. Die zweite besondere Seite der Konzeptmünze war die Gründung der Rheinauhafen-Verwaltungsgesellschaft. Sie hat über das Image des Rheinauhafens zu wachen.

K: Wie groß ist das gesamte Gelände eigentlich?

Corneth: Das Gelände ist 1,7 Kilometer lang und somit eine Meile. Auf dem Gelände sind 30 Baufelder mit einem Anteil von 31 Prozent Wohnen, 18 Prozent Kunst und Kultur und 51 Prozent Gewerbe, darunter 14 Gastronomien. Bebaut werden 240 000 Quadratmeter Bruttogrundfläche.

K: Man spricht auch von Kranhäusern in diesem Zusammenhang, wie erklären Sie das?

Corneth: Die von den Architekten Teherani und Linster gestalteten Häuser sind einem Kran nachempfunden. Der ausladende Gebäudeteil erhebt sich über die Promenade bis auf Höhe der Kaimauer. Dieses Brückenbauwerk stützt sich einzig  auf dem breit angelegten Gebäudeteil am Hafen. Die drei Kranhäuser haben eine Höhe von 60 Metern. Sie verändern die Silhouette von Köln und werden – neben dem Dom – als „Triptychon“ eine neue Erkennung von Köln darstellen.

Also: Wir sehen uns – im Rheinauhafen! Und in der nächsten Ausgabe von KABINETT.