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01.10.2011

Schätze des mittelalterlichen Köln im Museum Schnütgen


Schätze des mittelalterlichen Köln im Museum Schnütgen: Das Mittelalter war eine raue, in seinen Kunstschätzen aber auch prächtige Zeit. Eine hochkarätige Sonderausstellung im Museum Schnütgen präsentiert Kunstschätze der mittelalterlichen Metropole Köln. Gezeigt werden kostbare Arbeiten aus Holz und Glas, Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzereien, wertvolle Textilien und Malerei aus mehr als fünf Jahrhunderten von der Romanik bis zur Renaissance. Wem der Weg in die Domstadt zu weit ist, der kann sich hier an Kölns mittelalterlicher Kunst erfreuen.

Glanz und Größe des Mittelaltersim Kölner Museum Schnütgen

Eine Zeitreise in die Metropole des Mittelalters, das ist eine hochkarätige Sonderschau im Museum Schnütgen in Köln, wo große Kunst aus Kölns besten Jahrhunderten gezeigt wird, das heißt aus der Blütezeit von 1000 bis 1550: also mehr als 500 Jahre mittelalterliche Prachtentfaltung. Heute sind die Meisterwerke aus dieser Schaffenszeit über die großen Museen der Welt verteilt, doch rund 150 Spitzenstücke kehren für diese Sonderausstellung für eine nur kurze Zeit in die Domstadt zurück, kostbare Arbeiten aus Holz, Glas, detailreiche Kleinode der Buchmalerei, Goldschmiedekunst und Elfenbeinschnitzereien, edle Textilien und wertvolle Malereien, die in fünf Jahrhunderten geschaffen wurden und von der Romanik über die Gotik bis zum Beginn der Renaissance reichen.

So ging auch der Linzer Marienaltar nach fast 550 Jahren für diese Sonderschau auf Reisen nach Köln, jenes berühmte Triptychon, das seinen Platz hinter dem Altar der Marienkirche hat, eine gotische Malerei aus der Kölner Schule, das bekannte Meisterwerk der Lyversberger Passion von 1463, eine Tafelmalerei wohl aus der Stiftung des Linzers Tilman Joel.

Herrscher, Geistliche und Bürger waren die Auftraggeber der Kunst im Mittelalter. Der Reichtum im Kölner Erzbistum erlaubte in der Romanik die Gründung vieler neuer Klöster, Kirchen und Stifte, die prachtvoll mit Kunstwerken ausgestattet wurden. Der Bau des Kölner Doms kam in der Gotik hinzu.

In Köln gab es keinen dauerhaften königlichen oder kaiserlichen Hof, dennoch erwuchs aus der privilegierten Sonderstellung dieser Stadt im Reich der große Stolz der Stadt, und dieser Stolz ist in den kostbar gestalteten und mit Reichssymbolen versehenen Lobgedichten und an Stadtchroniken abzulesen.

Im alltäglichen und privaten Leben spielte die Kunst in der Stadt eine große Rolle. Denn Köln zählte neben Rom, Jerusalem und Byzanz, dem heutigen Istanbul, zu den vier Heiligen Städten. Köln hatte den Ruf „Rom des Nordens“ mit seinen überaus zahlreichen Kirchen, Märtyrergräbern, Heiligenlegenden und Reliquien, darunter die berühmten Gebeine der Heiligen Drei Könige, der Hl. Ursula und ihrer 11.000 Jungfrauen und des Hl. Gerons mit seinen 6.600 Gefährten, wodurch Köln auch zum wichtigen Pilgerziel wurde.

bis 26. Februar 2012
Museum Schnütgen
Cäcilienstr. 29-33

50667 Köln
www. museenkoeln.de/museum-schnuetgen

Dorothea F. Voigtländer