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Radfahren trägt den Sport ganz nah zum Zuschauer

Auf Stimmenfang während der Tour de France 2017: Aus der Landeshauptstadt Düsseldorf kommend führte die Strecke auch über Aachen bis zum Etappenziel nach Lüttich. Marcel Kittel hat sich dort auf den letzten Metern den Sieg errungen. Die Aachener sind radverliebt, das Wetter spielte keine Rolle.


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Begeisterte Fans schauten auf dem Aachener Marktplatz zu, als die Radrennfahrer der Tour de France über das historische Pflaster rasten. © Frank Fäller

Le Tour rollte durch NRW

„Le Tour“ heißt heute das härteste Radrennen der Welt. Normalsterbliche Zweiradfahrer können sich die Leistung der Profis nur wage vorstellen, die in einem späteren sportlichen Leben vielleicht mal auf einem  E-Bike endet. Nach dem Grand Départ in Düsseldorf erwarteten die Aachener vor allem eine zweite Etappe, die weitere sehenswerte Orte in NRW zeigte. Darunter auch den und Dom und das Rathaus der Kaiserstadt Aachen.  

Simone und Bernward Schmadalla. Ein bisschen Regen machte der guten Laune gar nichts aus. © Frank Fäller

Millionen Menschen auf den Bildschirmen schauten weltweit zu und verfolgten einen Event ohne Sorgen. Viele Informationen und Vorbereitungen seitens der Verantworlichen haben dafür gesorgt, dass eine Großveranstaltung mit wachem Blick der Obrigkeiten durchgeführt werden konnte – und die Menschen sich wohlfühlten.  Alle Zuschauer waren positiv gestimmt. Man darf sich freuen, wenn „die Welt nach Aachen kommt“. In Kürze folgt das Weltfest des Pferdesports, CHIO.

Aachen ist auch eine junge Stadt. Die Studierenden wussten schon, wo man sich gut positioniert. © Frank Fäller

Wie war die Stimmung unter den Menschen, die auch Verkehrsbeeinträchtigungen hinnehmen mussten? Sehr gut.  Aachen ist ein Stadt mit Traditionen, doch das alleine ist noch kein Merkmal.  Viele Studierende, Grenzgänger aus dem Dreiländereck der Euregio Maas-Rhein prägen das Bild der Stadt. International zeigt das wissenschaftlich-kulturelle Motto Future Lab ein modernes Bild der Stadt, die in die Zukunft blickt. Sponsoren haben dazu beigetragen, dass dieses sportliche Großereignis nach knapp 25 Jahren wieder nach Aachen zurückkehrte. Ja, es waren gefühlte Stunden, die das Spektakel dauerte. Auch wenn die Fahrer nur kurz vorbeirauschen. Schlechte Stimmung gab es nicht.

Willkommen: Erstsemestler aus Indien, die sich über viel Action in der Stadt freuten. © Frank Fäller

Wenn zum Beispiel Studenten aus Indien diesen Radsport-Event  verfolgen, ist die Freude international. „Wir sind Erstsemester“, sagen die neuen Studierenden, die natürlich in sozialen Netzwerken ihre Meinung verbreiten.  Wir sind digital. Radfahren ist dort sicher eine andere Disziplin als dotierter Hochleistungssport. Clevere Studierende hielten sich dort auf, wo der Tross der Tour Fahrzeuge in engen Kurven Werbeartikel unters Volk schmissen. Belächelt und umjubelt. Nicht schlecht, so mancher Karnevalsverein könnte sich was abschauen.

Ingenieur Andreas Büttgenbach und Gattin aus Aachen sind eingefleischte Radsportfans, die sich ein Ereignis dieser Größenordnung nicht nehmen lassen wollten. © Frank Fäller

Auf keinen Fall darf man die Radsportler vergessen, die sowohl an den Spitzensportlern, ihrer technischen Ausrüstung wie an dem „Moment, bei einem großen Sportereignis dabei gewesen zu sein“ festhalten. Die Fans wissen schon, wohin sie schauen müssen. (Frank Fäller)

Die Homepage der Tour: http://www.letour.fr/le-tour/2017/de