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Lammert for President

Über 70 frühere Bürgerrechtler und Künstler haben sich für Norbert Lammert als künftigen Bundespräsidenten ausgesprochen. Sie forderten den Bundestagspräsidenten auf, seine Absage einer möglichen Kandidatur für das höchste Staatsamt zu überdenken. „Gebraucht wird ein politischer Brückenbauer in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft“. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Schriftstellerin Freya Klier, der Liedermacher Wolf Biermann und der Bonner Waldemar Ritter, der als Kulturarchitekt der Wiedervereinigung gilt.


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Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages. © Manfred Knopp

Im Februar nächsten Jahres soll ein neuer Bundespräsident gewählt werden. Seit Wochen wird spekuliert und ausgelotet, wer Bundespräsident Joachim Gauck folgen könnte. Er hat nach dem plötzlichen Rücktritt seiner beiden Vorgänger dem Amt, das schon in Frage gestellt wurde, wieder Autorität und Würde gegeben und zu neuem Ansehen verholfen. Seine klugen und weitsichtigen Reden, sein Engagement im Land und sein repräsentatives und umsichtiges Auftreten in der Welt haben gezeigt, wie wichtig eine unabhängige und integre Persönlichkeit an der Spitze unseres Staates ist.

Diese Tradition und dieses Niveau gilt es fortzusetzen und einen Kandidaten von Statur zu finden, der das garantiert. Darum sollte das Amt des Bundespräsidenten nicht durch parteiinterne Absprachen besetzt oder als Vorbote künftiger Koalitionen betrachtet werden. In einer aufgeregten Zeit, wo Ängste und Unsicherheiten um sich greifen,  ist eine Persönlichkeit gefragt, die durch Charakter, Auftreten und Kompetenz Orientierung und Zuversicht geben kann. Es sollte jemand im Schloss Bellevue residieren, der Vertrauen genießt, politische Erfahrung mitbringt, zuverlässig ist, souverän sein Amt führt, moralisches Gewicht und einen eigenen Kopf hat und klare Worte spricht. Gebraucht wird ein politischer Brückenbauer in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft.

Wir, die Unterzeichner dieses Aufrufes, schlagen deshalb Dr. Nobert Lammert vor und bitten die Mitglieder der Bundesversammlung, ihn zum 12. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland zu wählen.

Norbert Lammert muss nicht erst zeigen, dass er dieses Amt überparteilich, fair und verantwortungsvoll wahrnehmen kann - er hat das in seiner langen Zeit als Bundestagspräsident bereits eindrucksvoll bewiesen. Er ist einer, der reden kann und etwas zu sagen hat. Der sich für unsere Demokratie und Grundwerte einsetzt, unsere wechselvolle Geschichte im Blick hat, Denkanstöße gibt und mit unverkrampfter Heiterkeit den politischen Diskurs belebt. Seine grandiose Rede zum Tag der Deutschen Einheit ist ein substanzieller und tonangebender Beleg dafür, was wir von einem Bundespräsidenten Norbert Lammert zu erwarten haben.