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Eine Stadt braucht Investoren

… und Aachen hat mit Norbert Hermanns, Vorstand der Landmarken AG, einen tatkräftigen Unternehmer, der sich nicht scheut, privates Kapital in ein preisgekröntes Wohnbauprojekt zu investieren: „Guter Freund“ heißt das Quartier, das in Aachens Ostviertel entstehen wird. Für das größte soziale Wohnbauprojekt in der Kaiserstadt wurde jetzt der Grundstein gelegt. So viel Potenzial – für sogenannte Key-Worker.


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Die „Quartiermeister“ bei der Grundsteinlegung zum „Guten Freund“ (v.li.n.re.): Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, Landmarken-Vorstand Norbert Hermanns und Architekt Reinhard Gerlach von pbs Architekten. © Frank Fäller

Kapital, strategische Weitsicht, gute Kontakte, Mut sowieso und so viel mehr zeichnet einen  Investor aus, der Chancen in die Tat umsetzt. Trotzdem müssen am Ende noch viele Pferde den Karren ziehen, um den „Guten Freund“ (so heißt auch ein Viertel im besagten Stadtteil  Aachens) bis 2017 zu realisieren. Doch „Quartiermeister“ Hermanns zeigte sich zur Grundsteinlegung eines Areals von rund 25.500 qm Gesamtfläche (davon 15.500 qm geförderter und freier Wohnungsbau) zuversichtlich, dass sein „spannender Einstieg in die Wohnungswirtschaft“ gelingen wird.

Ganzheitliches Konzept für alle Generationen

„Aus einer ehemaligen Militärbrache, eigentlich einer Schrotthalde, wollen wir ein attraktives Wohnviertel für Jung und Alt schaffen“, sagte Hermanns. Die Infrastruktur stimmt schon mal: viele Buslinien, eine DB-Station und ein Einkaufscenter (realisiert von der Landmarken AG) liegen in unmittelbarer Nähe. Insgesamt rund 46 Millionen Euro investiert die Landmarken AG nun in den „Guten Freund“.

Künftig soll das familienfreundliche Quartier insbesondere sogenannten Key-Workern Wohnraum bieten. Also zum Beispiel Handwerkern, Krankenschwestern, Polizisten oder jungen Akademikern, die mit ihrer Arbeit zum Gelingen unserer Gesellschaft beitragen, aber oft nicht über hohe Einkommen verfügen. Mit seinem ganzheitlichen Konzept, zu dem eine Kita mit U3-Betreuung und eine Seniorentagespflege, ein Raum für Treffen und Feiern, eine schöne Parkanlage mit Spiel- und Sportgeräten nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und ganz speziell für Senioren gehören, will der „Gute Freund“ alle Generationen ansprechen.

Wohnraum unter dem Aachener Durchschnittsmietpreis

Es umfasst 1,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen mit 45 – 120 qm Fläche. Zwischen 5,75 und 6,65 Euro pro Quadratmeter wird die Kaltmiete betragen – deutlich unter dem Aachener Durchschnittsmietpreis. Auch die nicht mietpreisgebundenen Wohnungen, einschließlich einiger Penthäuser mit großzügigen Dachterrassen werden preislich voraussichtlich knapp unter dem Niveau des Aachener Mietspiegels liegen, so die zuständige Projektentwicklerin Christine Rumpf.

248 Wohnungen entwickelt die Landmarken AG (im Auftrag) in zentraler Lage am Freunder Weg in Aachen, 183 davon sind öffentlich gefördert.  Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp kann nicht anders als zufrieden sein.  „Hier wird ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr bezahlbarem Wohnraum mit hohem qualitativem Anspruch in Aachen getan.“ 
Kay Noell, Referatsleiter für experimentelles Wohnen im NRW-Bauministerium sagte, das Land habe mit seiner Förderzusage in Form eines zinsgünstigen Darlehens der NRW-Bank geholfen, den „Guten Freund“ zu einem der größten und vor allem ambitioniertesten Projekte des preiswerten Wohnungsbaus in ganz Nordrhein-Westfalen zu machen.

Ausgezeichnet: „Urbanes Flächenrecycling“

Im April errang die Landmarken AG mit dem Projekt den begehrten polis Award in der Kategorie „Urbanes Flächenrecycling“. Das Architekturbüro „pbs architekten“ aus Aachen überzeugte mit seinem Entwurf. Auch in Köln und Bonn ist das Büro tätig, unter anderem in Bonn-Tannenbusch. Dort wird im August eine Wohnanlage des Studentenwerks bezugsfertig. 
(Frank Fäller)

Info: Die Landmarken AG zählt mit zahlreichen Projekten in vielen Städten zu den namhaften Projektentwicklern in NRW. Sie realisiert Büro- und Spezialimmobilien, unter anderem Verwaltungsbauten, Forschungsimmobilien, Hotelprojekte, Sonder- und Denkmalschutzobjekte oder ganze Quartiersentwicklungen mit heterogenem Nutzungsangebot. Darüber hinaus entwickelt die Landmarken AG öffentlich geförderte Wohnquartiere. Im Bereich Einzelhandel reicht das Portfolio von der Revitalisierung bis zum Neubau, vom Fachmarktzentrum bis zum innerstädtischen Kaufhaus und zur Entwicklung innovativer Einzelhandelskonzepte. Als Mitglied der DGNB – Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – verpflichtet sie sich deren ökonomisch-ökologischem Leitbild.