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„Auf unsere Stärken besinnen“

Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die rund 77.000 Menschen in Ostbelgien umfasst, feierte einen Festtag. In ihrer Hauptstadt Eupen, gibt es inzwischen einen wunderbaren Ort dafür: das restaurierte Kloster Heidberg. Im Bildungs- und Begegnungszentrum trifft man sich – und Gäste.


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Oliver Paasch (re.), Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) und der Präsident des Parlaments der DG, Alexander Miesen, waren Gastgeber des Festtags im Kloster Heidberg. © Frank Fäller

„Wir sind nicht der Nabel der Welt“, bekannte Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, kurz DG. Sein Metier ist die Politik: Schule, Bildung, Arbeitsplätze, darum geht es auch in kleinen Gemeinschaften Europas, die nicht immer im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Sie schätzen besondere Bedingungen der EU: Minderheitenschutz, eine politische Errungenschaft in Europa, die allerdings zum Erhalt der Identität „auch qualifizierte Arbeitskräfte braucht.“

Doch wie sieht die Zukunft aus? „Wer kann darauf schon antworten“, sagte der Präsident des Parlaments der DG, Alexander Miesen als weiterer Gastgeber des Abends. So manches könnte auf der Verwaltungsebene einfacher werden, waren sich beide Redner einig. Staatsreformen prägen ihre Arbeit, bei der es oft um den Erhalt der eigenen (sprachlichen) Kultur in Belgien geht.  

Einigkeit herrscht auf politischer Ebene in Ostbelgien allerdings darüber, dass Atomkraftwerke wie Tihange 2 in Lüttich abgeschaltet werden sollten.  Die Bedrohung ist sehr nah, doch zählt die DG zur französischsprachigen Wallonie, wo die Dinge anders bewertet werden.  Dort dürften die kernigen Alphornbläser aus dem Allgäu vielleicht nicht auf Gegenliebe stoßen, die sich „sauwohl“ bei den Gastgebern in Eupen und der Unterkunft im Kloster Heidberg gefühlt haben. Vielfältiges Europa.
(Frank Fäller)