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Mehr Europa im Zweistundentakt

Die Deutsche Bahn erhöht den Takt, um von Frankfurt/Airport via Köln und Aachen nach Brüssel zu reisen. Und umgekehrt. Von vier auf sechs ICE-Stopps hat sich der Standort Aachen verbessert. Für eine Technologieregion – rund um die RWTH Aachen – ein klares Plus im Fernverkehr. Und ein Zeichen, dass die DB im Wettbewerb mit dem französischen Thalys mindestens die Spur halten will.


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10.21 Uhr, pünktlich auf Gleis 9: Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für NRW, Armin Laschet, Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen und Aachens Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer gaben das Startsignal am Aachener Hauptbahnhof für einen ICE in Richtung Brüssel (v.l.). © Frank Fäller

Deutschland und Belgien sind für die Deutsche Bahn (DB) und die belgische Staatsbahn SNCB/NMBS (Société Nationale des Chemins de fer Belges / Nationale Maatschappij der Belgische Spoorwegen) jeweils wichtige Märkte im internationalen Personenverkehr. „Die bestehenden Verbindungen werden sehr gut nachgefragt, daher die Erweiterung unseres Angebotes“, betonte Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für NRW. Rund 1.700 Sitzplätze mehr pro Tag bedeutet dies nun vormittags und nachmittags für Geschäftsreisende, Pendler und Urlauber, die etwa zu den jeweiligen Flughäfen unterwegs sind. „Wir haben viel vor in NRW – und Geld wie nie zuvor“, sagte Lübberink  außerdem. Da darf man aber gespannt sein (oder muss entspannt bleiben), angesichts strategischer Planungen, die sich um die Jahre 2030 und 2045 ranken.

„Aus Aachen und Köln sind wir jetzt noch schneller nach Brüssel (Paris) und Frankfurt unterwegs“, hob NRW-MdL Armin Laschet hervor, der sich sichtlich freute, die Bahn ein bisschen mobiler gemacht zu haben. „Ordner stapeln sich, was die Situation der Verkehrswege angeht“, gab Laschet aber zu. „Wir haben uns auf die großen Trassen konzentriert.“ Als ehemaliges Mitglied des EU-Parlaments in Brüssel und CDU-Vorstandsvize auf Bundesebene in Berlin weiß der Vielreisende aus Aachen jeden Fortschritt zu schätzen.

Dr. Margrethe Schmeer, Bürgermeisterin der Stadt, unterstrich „dass die Wissenschaftsstadt Aachen jetzt noch besser angebunden ist“. Das gefiel auch dem Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes und des Nahverkehrs Rheinland, Heiko Sedlaczek, der trotz aller Freude ein paar bittere Pillen austeilte: „Die Infrastruktur im Nahverkehr der Euregio Maas-Rhein lässt noch viele Wünsche offen. Zum Beispiel gibt es keine Direktverbindung von Aachen nach Lüttich.“

Für Aachener gilt: Mit der Bahn bin ich in 65 Minuten in Brüssel. In dieser Zeit schafft man es auf der Schiene allerdings (noch) nicht bis in NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf …
(Frank Fäller)