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Sehen, was man nicht sieht

Das ist kein Widerspruch: Bis zum 18. Juni zeigt das Ludwig Forum in Aachen Fotografien von Armin Linke. Karlsruhe, Aachen, Mailand und Genf sind Stationen einer Bilderschau, die hinter die Kulissen blickt. Deshalb ist Fotografie auch Kunst. Wir müssen nachdenken … Dialoge und Kommentare begleiten die Ausstellung, die wachrüttelt.


Genau hinschauen heißt verstehen. Foto von Armin Linke, Star City, Cosmonaut Training Center, Moscow Russia, 1998. © Armin Linke, Foto: Courtesy der Künstler

Armin Linke fokussiert. Salopp gesagt entsteht „ein Museum der Metropolen und die Vernetzung der postindustriellen Gesellschaft durch digitale Informations- und Kommunikationstechnologien“. Sein Bildarchiv zu den tiefgreifenden ökonomischen, ökologischen und geologischen Veränderungen ist mittlerweile auf 500.000 Aufnahmen angewachsen.

„The Appearance of That Which Cannot Be Seen“ (Die Erscheinung dessen, was nicht gesehen werden kann) ist eine multimediale Gesamtinstallation, in der verschiedenste Dialoge, Gedanken und Theorien zur Lesbarkeit von Armin Linkes Fotografien und den damit verbundenen Überlegungen zur Globalisierung zusammengeführt sind.

Verlinkt: was Wissenschaftlern zu Linkes Bildarchiv einfällt

Die Kommentare stammen von sieben WissenschaftlerInnen, TheoretikerInnen und KulturanthropologInnen, die Armin Linke eingeladen hat, sich mit seinem Archiv auseinanderzusetzen und so in einen Dialog mit ihm zu treten. Im Austausch mit dem Künstler, der in Berlin lebt, und vor dem Hintergrund ihrer individuellen Forschungsansätze haben Ariella Azoulay, Lorraine Daston, Franco Farinelli, Bruno Latour, Peter Weibel, Mark Wigley und Jan Zalasiewiczih ihre subjektive Auswahl getroffen.

In der Ausstellung verdichten sich Fotoauslese und audiovisuell dokumentierte Gespräche zwischen Künstler und Experten zu einem Netz unterschiedlichster Perspektiven und Lesarten der Bilder. Die vielschichtige Komposition legt den Prozess offen dar, lässt ihn nachvollziehbar werden und regt zu eigenen Assoziationen über global vernetzte Prozesse wie auch zu den damit verbundenen Entwicklungen an, die nicht nur technologisch, sondern auch politisch und sozial das Leben auf der Erde und die Zukunft verändern.

Das Ausstellungsdisplay und die Arrangements werden in jedem Ausstellungsort neu gestaltet und durch orts- oder zeitspezifische Details ergänzt. Insofern ist die Ausstellung im Ludwig Forum, obwohl sie Teil einer internationalen Tournee mit Stationen in Karlsruhe, Mailand, Aachen und Genf ist, eigens für Aachen konzipiert worden. Produziert von Armin Linke und seinem Team mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und dem Padiglione d'Arte Contemporanea (PAC), Mailand, in Kooperation mit dem Ludwig Forum Aachen und dem Centre de la photographie Genève.

Info: Kuratoren der Ausstellung in Aachen sind Andreas Beitin und Annette Lagler.
www.ludwigforum.de