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Wie ein Ford T oder ein elektrifizierter Käfer

Ein kleines Auto aus Aachen namens e.GO soll zeigen, dass Deutschland die Konkurrenz mit kurzen Entwicklungsprozessen aus dem Silicon Valley aufnehmen kann. Forscher und Entwickler um den vorwärtsgetriebenen Professor Schuh für Produktionssystematik an der RWTH Aachen sagen: Ein Elektroauto soll immer Spaß machen, citytauglich und vor allem bezahlbar sein. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin verkündete auf dem innovativen Campus der Universität die Produktionsstätte des „Stadtflitzers“, der Anfang 2018 vom Standort Lilienthalstraße aus in Serie gehen soll. Einen Förderbescheid über rund 2,6 Mio. Euro brachte der Minister mit nach Aachen: „Das Land NRW zeigt Stärke.“


Wenn diese Herren in den e.GO passen, reicht es für die Damen allemal. NRW-Wirschaftsminister Garrelt Duin, Prof. Günther Schuh, Aachens OB Marcel Philipp und Prof. Malte Brettel, Prorektor der RWTH Aachen (v.li.). © Frank Fäller

„Wirtschaft und Wissenschaft wachsen mit diesem Projekt sichtbar zusammen“, betonten Aachens OB Marcel Philipp und Michael Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Und nicht nur Roboter übernehmen die Fertigung. Wie beim Aachener StreetScooter, den die Deutsche Post AG als elektrisches Lieferfahrzeug nun im großen Stil einsetzen wird, werden für die Produktion auch Facharbeiter gesucht und derzeit eingestellt. Knapp 26 Mio. Euro schwer sind die Investitionen in das neue Werk, zwischen 140 bis 300 Mitarbeiter könnten im künftigen TRIWO Technologiepark  Arbeit finden.  

Was kostet der e.GO ?

10.000 Stadtautos sind zunächst für die Serienproduktion geplant, für die Mobilität von morgen muss man 15.900 Euro auf den Tisch legen. Allerdings darf derzeit noch eine Förderprämie von rund 4.000 Euro abgezogen werden. Maximal 130 Kilometer Reichweite werden erzielt, das sollte für das ausdrückliche Ziel „Stadtmobil“ locker genügen.

So soll sie aussehen, die neue Produktionsstätte für das „Stadtmobil“ auf dem TRIWO-Gelände in Aachen. © e.GO Mobile AG

Große Ziele, „die wir erreichen wollen, ohne der Entwicklung auf dem Automobilsektor hinterherzulaufen“, unterstrich Prof. Schuh, der eine Lanze für deutsche Ingenieureleistung brach. „Teuer kann jeder Elektroautos anbieten, billiger auf hohem Niveau  zu produzieren, das  ist die Kunst“, sagte Prof. Schuh selbstbewusst. Das Zauberwort heißt Industrie 4.0, moderne Produktionsverfahren, die in unserer  Wissensgesellschaft der (globalen) Konkurrenz vorausgehen. Dieses Know-how soll ein  Standortvorteil der Stadt Aachen werden, dynamische Projekte werden derzeit  realisiert.  Weitere Neuigkeiten gibt es im Mai, da schauen die Gäste aus China sicher auch wieder genau hin.  (Frank Fäller)

www.e-go-mobile.com