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Dezernentin Ute Berg zu Gast beim Handwerk

Ein Ur-Kölner Betrieb ist Motoren Walk. Gegründet wurde das Unternehmen schon 1927. Heute ist der fast 90-jährige Meisterbetrieb eine feste Größe bei allem, was die In- standsetzung von Motoren betrifft: von Lokomotivmotoren der Rurtalbahn über Ferrari-Motoren bis zu großen Diesel-Aggregaten. Geschäftsführer Heinz-Günther Blankenheim hat Motoren Walk 1994 übernommen. Weil der Betrieb sich gut entwickelt hat und die Hinterhofsituation in Ehrenfeld immer beengter wurde, hat er an der Von-Hünefeld- Straße auf einer städtischen Fläche selbst gebaut. Blankenheim führt sein Unternehmen mit Leib und Seele, unterstützt von seiner Frau Ute – mit der Perspektive, dass sein Sohn den Betrieb später übernimmt. Aktuell absolviert der künftige Juniorchef ein triales Studium: Zum Gesellenbrief und Meister als Kfz-Mechatroniker kommt noch der Bachelor „Handwerksmanagement“ hinzu.


Wirtschaftsdezernentin Ute Berg und Stephan Schmidt Geschäftsführer Orangework © Lena Weger

Wirtschaftsdezernentin Ute Berg und Stephan Schmidt Geschäftsführer Orangework © Lena Weger

Quer durch die Stadtbezirke hat Wirtschaftsdezernentin Ute Berg Kölner Handwerksbetriebe besucht. „Der Mittelstand sorgt für Stabilität und Wachstum in Köln", so Berg. „Gerade das Handwerk leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt. Das zeigt auch die Nachfrage dieser Betriebe nach Gewerbeflächen."

Die TAMCO Tiefbau Service GmbH hat Anfang 2015 ihren Firmensitz von Köln-Weiß an die Causemannstraße nach Köln-Merkenich verlegt. Zum Firmengrundstück, das Geschäftsführer Hans-Peter Tambach aus Privathand übernommen hat, kam noch im gleichen Jahr ein städtisches Grundstück hinzu, direkt im Anschluss an die Firmenfläche. „Zu Beginn hatten wir an unserem neuen Sitz in Köln-Merkenich 55 Mitarbeiter", erklärt Geschäftsführer Tambach. „Heute sind es 60 gewerbliche Mitarbeiter und zehn Bürokräfte."
 
Die Helmut Hinz GmbH & Co. am Sülzgürtel ist ein Kölner Familienbetrieb. „Mein Vater hat die Firma 1946 gegründet“, sagt Günter Hinz. „1990 habe ich die Leitung des Unternehmens übernommen.“ Damals beschäftigte das Handwerksunternehmen 16 Mitarbeiter. Heute sind es 50, darunter allein acht Auszubildende. Zum Leistungsspektrum gehören auch Produkte im Bereich Umwelttechnik wie Mini-Blockheizkraftwerke.
Im Mai 2015 haben die Kölner Möbelwerkstätten von Schreinermeister Pierre Esser und André Schaller ihren Neubau an der Daimlerstraße in Lövenich bezogen. Auf die Frage von Wirtschaftsdezernentin Berg, ob sich nach gut einem Jahr schon eine erste Bilanz ziehen lasse, erklärt Esser: „Die Lage ist optimal, das ganze Wohnumfeld in der Nachbarschaft des Gewerbegebiets nimmt uns hier wahr. Wir haben unsere Auftragslage mehr als verdoppelt und wir haben zwei neue Mitarbeiter dazu genommen.“
 
Holz spielt auch bei Orangework eine zentrale Rolle. Mit seinem Unternehmen in Köln- Rath hat Stephan Schmidt sein Hobby zum Beruf gemacht. Als erstes eigenes Wohn- mobil baute der Schreinermeister 1996 einen Allrad-getriebenen Magirus Deutz Merkur 125D aus, heute entstehen seine Reisemobile im Kundenauftrag. Der neue Firmenstandort an der Pauline-Christmann-Straße ging 2012 in Betrieb. Mittlerweile sind hier acht Mitarbeiter aktiv und die Erweiterung eines Anbaus ist in Planung. Aktuell stehen ein Geländewagen, ein kleineres Wohnmobil und ein 14-Tonner in der Halle. Am Heck des rollenden Heims bietet eine hydraulische Bühne Platz für das Motorrad als Zweitfahrzeug.
 
Auf internationale Fahrt geht es regelmäßig auch bei der Elektro Drawe GmbH. Das Unternehmen betreut unter anderen Studios und Übertragungswagen des WDR. Zuletzt bei der EM in Frankreich. Guido Drawe hat sich vor 25 Jahren selbstständig gemacht. Von der Olpener Straße ist er mit seinem Unternehmen schließlich nach Ostheim an den Herkenrathweg gezogen. Anfangs waren acht Mitarbeiter am neuen Firmensitz beschäftigt, heute sind es über 30, darunter vier Auszubildende. Für die jetzt geplante Betriebserweiterung hat Drawe Ende 2015 noch einmal ein Grundstück von der Stadt erworben, rund 700 Quadratmeter.
 
Auf Expansionskurs ist auch die Petersgruppe in Porz-Wahn. Mit dem Kauf eines Grundstücks an der Max-Reichpietsch-Straße von 1.800 Quadratmetern war die Petersgruppe der „Pionier“ im neuen städtischen Gewerbegebiet. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen dann eine Erweiterungsfläche von 660 Quadratmetern erworben. Kern der Firmengruppe ist die Peters GmbH – der Handwerksbetrieb ist auf Stuck, Trockenbau, Malerarbeiten und Fassadendämmung spezialisiert.
 
Sanitär- und Heizungsbaumeister Alexander Simons hat das Unternehmen seines Vaters vor 15 Jahren übernommen, sein Schwager ist ebenfalls im Betrieb aktiv. Auch Simons hat ein Grundstück von der Stadt gekauft und am Butzweilerhof gebaut: an der Heinrich-Rohlmann-Straße. Nachhaltigkeit spielte für das Gebäudekonzept eine große Rolle. Von der Fassade aus unbehandeltem Lärchenholz und Korkplatten bis zur Solaranlage und zur Wärmepumpe. Auf Nachhaltigkeit durch Qualität setzt Simons auch bei seiner Arbeit. Er hat sich mit seinem Familienunternehmen auf Privatkunden spezialisiert.
 
„Das Handwerk ist mit seiner ganzen Vielfalt, mit dem Herzblut und Engagement von Firmenchefs und Mitarbeitern ein tolles Stück Köln“, sagt Wirtschaftsdezernentin Ute Berg, „ein echtes Pfund für die Kölner Wirtschaft. Es ist beeindruckend wie intensiv die Unternehmen die Entwicklungen am Markt beobachten und aufgreifen. Und, dass die Betriebsübergabe früh in die Planung einbezogen wird, ist ein wichtiger Garant für den Fortbestand der vielen erfolgreichen Familienunternehmen“.