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Tradition und Internationalisierung bestimmen Kurs

Nicht immer erkennt der Kunde, dass hinter vielen Süß- und Backwarenprodukten ein traditionsreiches Unternehmen aus Aachen steht – mit einem Unternehmer par excellence: Dr. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz Gruppe. Er betonte in der jährlichen Jahrespressekonferenz im Düsseldorfer Breidenbacher Hof, dass die Umsätze bis Mitte 2016 im positiven Bereich liegen. 651 Mio. Euro Umsatz verkündeten der Lambertz-Chef und sein Geschäftsführer Ralf Fritzsche. Ein Plus von fünf Prozent. Über Gewinne spricht der Chef aber nicht.


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Jede Menge Tradition der Lambertz Gruppe bei der Jahrespressekonferenz. Alleingesellschafter Dr. Hermann Bühlbecker (li.) und Geschäftsführer Ralf Fritzsche verkündeten positive Umsätze. © Frank Fäller

Die Aachener Printen, vielmehr noch die süßen Dominosteine, verbinden Kunden mit dem Namen Lambertz. „Selten steht jedoch Lambertz auf dem Etikett, wenn etwa im Discounter Produkte aus unserer Herstellung verkauft werden“, sagte Dr. Bühlbecker. „Unsere Produkte sind praktisch in jedem Markt vertreten. Wir zählen in Deutschland zu den drei großen Playern im Ganzjahressegment.“ Auch Bio-Produkte seien auf dem Vormarsch: Themen wie Nachhaltigkeit, anerkannte Zertifizierungen und Fair-Trade-Produktion (ab 2017 bei Lambertz-Produkten geplant) erwarte der Verbraucher heute.


Immer mit Herzblut dabei, wenn es um süße Tradition aus Aachen geht: Dr. Hermann Bühlbecker. © Frank Fäller

Geografisch geschützte Traditionsmarken aus Aachen (Printen), Nürnberg (Lebkuchen) und Dresden (Stollen). Das Saisongeschäft sei nach wie vor wichtig und habe sich in 2015 mit einem gesamten Wachstum von 6,6 Prozent sehr gut entwickelt. Hier habe besonders die Dresdener Marke Dr. Quendt ins Konzept traditioneller Hersteller gepasst, und darüber hinaus acht Prozent Umsatzplus erwirtschaftet. Das Wetter habe mitgespielt. Ein nicht unbeträchtlicher Faktor bei Saisonartikeln.

„Die klassischen Saison-Spezialisten mit dem Etikett geschützter Markenartikel wollen wir weiter ausbauen, in Europa und anderen Kontinenten“, hob Geschäftsführer Ralf Fritzsche hervor. Das „süße“ Geschäft sei jedoch stark von Rohstoffen abhängig, in erster Linie bestimmten Schokoladen und Kuvertüren, Mandeln und Zucker die Preise – für Unternehmer und Verbraucher. Bei den wirtschaftlichen Aussichten des Unternehmens sei – bei zunächst gleichem bis punktuell erhöhtem Preisniveau der Endprodukte – bis Ende 2016 mit einer Stagnation im Unternehmen zu rechnen.


Geschäftsführer Ralf Fritzsche ist zuständig für Vertrieb und Marketing der Lambertz Gruppe. © Frank Fäller

Längst ist die Lambertz Gruppe international aufgestellt. Acht Werke mit rund 4.000 Mitarbeitern arbeiten für das Unternehmen. Darunter fallen Produktionsstandorte in Deutschland und Polen. Auch in den USA erwirtschafte die Lambertz Gruppe eine Umsatzsteigerung um 13 Prozent auf 20,7 Mio. Euro. „Die Internationalisierung, herkunftsgeschützte Produkte und die Stabilisierung durch Ganzjahresartikel sind unsere wichtigsten Standbeine“, sagte der Unternehmenschef, der 1976 das Ruder bei Lambertz mit Stammsitz in Aachen übernommen hat.

Seither ist der über 300 Jahre alte einstige Printen-Hersteller ein Unternehmen mit Weltmarktführerschaft 2016 im süßen Segment der Dominosteine. Der Unternehmer Dr. Bühlbecker gibt auch zurück: Social Responsibility wie in der Bill Clinton Global Initiative ist seine Sache, Sportsponsering beim Weltfest des Pferdesports CHIO Aachen und dem Bundesliga-Tennisclub TK Kurhaus Aachen ebenfalls.
(Frank Fäller)