Nachrichten > Wirtschaft

„Kinder brauchen Werte": Pädagogik witzig verpackt

Zu einem Vortrag mit viel Witz und Humor lud die VR-Bank Rhein-Sieg in die Stadthalle Troisdorf ein. Und obwohl keine Kinder vor Ort waren, waren sie das Thema des Abends. Denn Dr. Jan-Uwe Rogge – einer der erfolgreichsten Autoren zu den Themen „Kinder und Erziehung“ in Deutschland – gab hilfreiche Tipps für die unterschiedlichen Phasen der kindlichen Entwicklung: Baby, Trotzphase, Schulalter bis zur Pubertät.


Werte für Kinder vermittelten Odilo Natzel, Dietmar Fernholz, Sonja Boddenberg, Stefanie Wex, VR-Bank-Vorstandsmitglied Holger Hürten, Moderatorin Steffi Neu und Gastredner Dr. Jan-Uwe Rogge (v. l.).

Der Familientherapeut brachte ernste Themen mit süffisantem Humor und einem Augenzwinkern rüber. So bogen sich in Troisdorf mehr als 250 zuhörende Mütter und Väter vor Lachen. Sie lernten auf humorvolle Art und Weise, dass Erziehung zwar nicht immer einfach ist, es aber Wege und Möglichkeiten gibt, das Leben für Eltern und Kinder einfacher zu gestalten.  Seit über 30 Jahren beschäftigt sich Dr. Jan-Uwe Rogge mit Erziehungsthemen und dokumentiert seine Ideen und Tipps zur Erziehung in seinen Büchern, auf CDs, DVD und in vielen Vorträgen.

Laut Rogge ist in unserer Gesellschaft eine Vielzahl von Werten gefragt. Teilweise solche, die miteinander konkurrieren. So werden im Berufsleben häufig ganz andere Werte verlangt als in der Familie. Macht es insofern überhaupt Sinn, Kindern bestimmte Ideale menschlichen Verhaltens zu vermitteln? In seinem Vortrag „Kinder brauchen Werte“ führte Jan-Uwe Rogge aus, wie wichtig Orientierung für Kinder ist.

Doch zugleich reiben sie sich an Werten, stellen sie infrage, testen sie auf ihre Wahrhaftigkeit hin aus.  Soziale und moralische Entwicklungsaufgaben sind zentrale Momente im Lebenslauf von Heranwachsenden, bei denen sie Begleitung und Unterstützung durch Erwachsene erfahren müssen. „Als Eltern dürfen sie sich dieser Aufgaben nicht entziehen, will man die Kinder nicht halt- und orientierungslos machen“, mahnte der Erziehungsberater.  

Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Mitgefühl

Süffisant hielt Rogge seinen Zuhörern den Spiegel vor: „Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als ihr noch keine Kinder hattet?“, fragte er grinsend. Die meisten der vor ihm sitzenden Eltern fühlten sich ertappt. „Sicher wolltet ihr alles anders und alles besser machen, als es eure Eltern getan haben.“ Zustimmendes Nicken. Doch jede Generation an Eltern macht die Rechnung ohne den Wirt: das Kind. Im Vortrag ging es um Werte wie Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Mitgefühl, Respekt und Achtung vorm Mitmenschen und wie Eltern und Pädagogen diese alters- und entwicklungsgerecht vorleben und vermitteln können.  

Passend dazu diskutierte Rogge anschließend mit Sonja Boddenberg, Leiterin des Kinderheims Pauline von Mallinckrodt in Siegburg, Dietmar Fernholz, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Naturheilverfahren in Sankt Augustin und Mutter Stefanie Wex sowie Vater Odilo Natzel unter der Moderation von Steffi Neu (WDR 2). Die Talkrunde stellte fest, dass alle Menschen direkt oder auch indirekt an der Erziehung von Kindern beteiligt sind. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Werte bewusst vermittelt und vorgelebt werden. Auch dem Thema Religion wurde ein großer Stellenwert eingeräumt.